Die geänderten Bestimmungen traten am 1. April 2012 in Kraft. Die Bestimmung über missbräuchliche Geschäftsbedingungen (Art. 8 UWG) tritt am 1. Juli 2012 in Kraft.

Die revidierten Bestimmungen des UWG sollen es ermöglichen, effizienter gegen Adressbuchschwindel, Schneeballsysteme, missbräuchliche allgemeine Geschäftsbedingungen, unhaltbare Gewinnversprechen und unerbetene Telefonanrufe vorzugehen.

Seit 1. April 2012 ist es verboten, mit unlauteren Methoden für Eintragungen in Verzeichnisse jeglicher Art oder für Anzeigenaufträge zu werben und entsprechende Angebote zu machen. Unlauter ist insbesondere das Versenden von Rechnungen für solche Angebote ohne entsprechenden Auftrag. Ausdrücklich verboten werden auch Schneeball-, Lawwinen- oder Pyramidensysteme.

Wichtig sind die neuen Anforderungen an Angebote im elektronischen Geschäftsverkehr (e-Commerce). Neu gelten auch in der Schweiz konkrete Anforderungen an das Impressum auf Webseiten und für den Vertragsabschluss im elektronischen Geschäftsverkehr (e-Commerce). So müssen Kunden auf die einzelnen Schritte hingewiesen werden, die zum Vertragsabschluss führen, es müssen Korrekturmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden und Bestellungen sind dem Kunden unverzüglich zu bestätigen.

Die neuen Bestimmungen regeln Wettbewerbe oder Verlosungen über kostenpflichtige Mehrwertdienstnummern. Es dürfen keine Gewinne in Aussicht gestellt werden, deren Einlösung die Inanspruchnahme einer kostenpflichtigen Leistung oder den Kauf einer Ware voraussetzt.

Schliesslich sollen auch die Vermerke in Telefonbüchern, wonach Kunden keine Werbemitteilungen bzw. Direktwerbung erhalten möchten, besser geschützt werden.

Geändert wurde per 1. Juli 2012 schliesslich die Bestimmung zu missbräuchlichen Geschäftsbedingungen. Unlauter handelt künftig, wer allgemeine Geschäftsbedingungen verwendet, die in Treu und Glauben verletzender Weise zum Nachteil der Konsumentinnen und Konsumenten ein  erhebliches und ungerechtfertigtes Missverhältnis zwischen den vertraglichen Rechten und den vertraglichen Pflichten vorsehen. Aufgrund des Wortlauts des neuen Art. 8 UWG ist zu folgern, dass das Missverhältnis kumulativ erheblich und ungerechtfertigt sein muss. Zu prüfen ist voraussichtlich im Rahmen von Art. 8 UWG nicht, ob eine bestimmte AGB-Klausel für sich allein genommen unbillig ist. Eher ist die Lauterkeit der Klausel mit Blick auf sämtliche vertraglichen Rechte und Pflichten zu prüfen, und zwar unabhängig davon, ob diese in den AGB selbst oder in einem anderen Vertragsbestandteil enthalten sind. Die Beurteilung erfolgt ergebnisorientiert: Die AGB müssen im Ergebnis zu einem erheblichen und ungerechtfertigten Missverhältnis der vertraglichen Rechte und Pflichten führen. Das Kriterium von Treu und Glauben soll schlieslich eine differenzierte Bewertung im Bezug auf das Kräfteverhältnis zwischen dem Verwender der AGB und dem Vertragspartner erlauben. Geschäftserfahrenheit und die Rechtskundigkeit des Vertragspartners können dabei eine Rolle spielen.

Im Rahmen des Gesetzgebungsprozesses wurden (vom Bundesrat) folgende Beispielklauseln erwähnt:

  • Wegbedingung der Haftung auch bei schwerem Verschulden;
  • Erhebung von Zinsen auf dem Gesamtbetrag, auch wenn schon ein Teilbetrag bezahlt worden ist;
  • automatische Verlängerung befristet geschlossener Abonnementsverträge;
  • das Recht des AGB-Verfassers, die AGB jederzeit einseitig abzuändern;
  • automatische und stillschweigende Verlängerung einer kostenpflichtigen Garantie.

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